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Gefahrstoffübung fordert 260 Einsatzkräfte

Eisenbahnunfall bei Klein Mahner führt zu Gefahrstoffaustritt

Am Lüderoder Weg nahe Klein Mahner ereignete sich am Samstagmorgen eine Kollision zwischen eines mit Gefahrstoffen beladenen Güterzuges und einem PKW. Vier Personen wurden bei dem Unfall verletzt. Eine großangelegte Übung über den ganzen Vormittag nahm seinen Lauf.

Für die Feuerwehren Liebenburg, Neuenkirchen und Othfresen ertönte um 07.42 Uhr mit Sirenengeheul der Alarm. Am unbeschrankten Bahnübergang Lüderoder Weg der Warnetalbahn zwischen Klein Mahner und Gielde kollidierte zuvor ein PKW mit einem Zug. Zwei Kinder und zwei Erwachsene wurden im Fahrzeug eingeklemmt und waren schwer verletzt. Ein Waggon hatte sich durch den Unfall vom restlichen Güterzug getrennt. Der Güterzug setzte seine Fahrt bis zur Weiche am Bahnhof Klein Mahner fort. Funkenflug sorgte für einen sich schnell ausbreitenden Böschungsbrand.

Die alarmierten Einsatzkräfte retteten die verletzte Familie mit hydraulischem Rettungsgerät aus dem Unfallfahrzeug. Gleichzeitig erfolgte die Brandbekämpfung des Vegetationsbrandes. Angenommen war, dass sich das Feuer auf ein angrenzendes Feld ausgebreitet hatte. Viel Arbeit für die eingesetzten Kräfte.

Aufsteigender Qualm im Bereich des Güterzuges ließ indes auf nichts Gutes deuten. Schnell war nach einer ersten Erkundung klar, dass es sich um einen Gefahrstoffaustritt handeln könnte. Die Anwendung der GAMS-Regel, einer in der Feuerwehr ausgebildeten Vorgehensweise bei Erkennen von Gefahrstoffeinsätzen, erfolgte umgehend. Der Gefahrenbereich wurde abgesperrt, die Menschenrettung unter Atemschutz eingeleitet und Spezialkräfte angefordert.

Nach der Übungslage hatten sich fünf Mitarbeiter, die sich im und am Güterzug aufhielten, durch den Gefahrstoffaustritt Verletzungen zugezogen. Die Rettung konnte durch die Feuerwehr Ostharingen vorgenommen werden. Während dessen alarmierte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle umfangreich Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis Goslar.

Gefahrgutgruppen aus den Feuerwehren Goslar, Langelsheim, Bad Harzburg und Seesen arbeiteten die Gefahrenlage umsichtig ab. Seitens der Übungsleitung durch Kreisbrandmeister Uwe Fricke und Liebenburgs Ortsbrandmeister Martin Müller waren einige Vorbereitungen getroffen worden. Rauch umhüllte den angenommen brennenden Eisenbahnwaggon. Zusätzlich waren zwei Kesselwaggon im Zuggespann.

Intensiv erkundeten die speziell ausgebildeten Feuerwehrkräfte in Chemikalienschutzanzügen die Stoffarten und Mengen der Gefahrstoffe. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei sommerlichen Temperaturen. Austretende Dämpfe konnten mit Sprühnebel aus Wasserwerfern niedergeschlagen werden. Die dafür erforderliche umfangreiche Wasserversorgung stellte der elfte Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft mit seinen Tanklöschfahrzeugen in einem Pendelverkehr sicher. Hier leisteten weitere Feuerwehren der Gemeinde Liebenburg wertvolle Hilfe bei der Wasserentnahme am Warnetalsperrbecken und an der vermeintlichen Einsatzstelle.

Um eine mit Schadstoffen mögliche Belastung der Luft festzustellen, erfolgte die Messung von Schadstoffen durch die Messfeuerwehren Altwallmoden, Bettingerode, Lengde und Oker. Hierzu ließ die Kreismessleitung umfangreich in Neuenkirchen, Gielde und an der BAB 395 nahe Schladen Luftmessungen durchführen. Schadstoffe waren nicht festzustellen.

Mittlerweile konnten im Gefahrenbereich die Gefahrstoffe Salpetersäure, Natriumchlorat, Flusssäure und Kaliumdichromatin verschiedenen Mengen, Gebinden und Beschädigungen festgestellt werden. Maßnahmen zum Auffangen und Bergen der Gefahrstoffe leitete die Feuerwehr ein. Die Entfernung zwischen dem Sammelpunkt der Gefahrgutgruppen und dem Einsatzort des Güterzuges waren enorm weit. Um die Entfernung von über dreihundert Metern zurück zu legen setzten die Einsatzkräfte Schienenwagen des Wechselabrollbehälter Rüst der Feuerwehrtechnischen Zentrale ein. Kreisbrandmeister Uwe Fricke freute sich über die im vergangenen Jahr durch den Landkreis Goslar vorgenommene sinnvolle Beschaffung. „Wir konnten die Belastung gerade für die Einsatzkräfte im Chemikalienschutzanzug minimieren. Die wertvolle aber geringe Einsatzzeit am Übungsobjekt ist nicht den langen An- und Abmarschwegen zum Opfer gefallen.“, sagte Fricke.

Nach dem Einsatz im Chemikalienschutzanzug dekontaminierten die Feuerwehren Bredelem und Ostharingen als ABC-Zug die sehr stark beanspruchten Einsatzkräfte. Die Regeneration und viel Mineralwasser war nun für die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner wichtig. Für den Eigenschutz standen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes Ortsverein Döhren den Feuerwehrkräften zur Seite. Der neunte Zug der Kreisfeuerwehr hatte mit der Versorgung der Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun.

Zum Abschluss der umfangreichen Übung, die Gemeindebrandmeister Dirk Grätz als Einsatzleiter leitete, stand unter dem Strich eine Zahl von 260 Einsatzkräften aus 24 Feuerwehren. In einer ersten Übungsnachbesprechung zeigten die Abläufe Entwicklungen für die künftige Ausbildung auf. Ein besonderer Schwerpunkt war die Führung eines Gefahrstoffeinsatzes mit Einsatzkräften aus der zuständigen Gemeinde unter Einbeziehung weiterer Einheiten aus der Kreisfeuerwehr. Zahlreiche Übungsbeobachter, darunter auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Hoppstock, beobachteten die Szenerie. Insgesamt waren die von Uwe Fricke und Martin Müller gesteckten Übungsziele erreicht.

Eingesetzte Feuerwehren:
Goslar (mit MTW, LF 20/16 und TLF 24/50), Hahndorf, Jerstedt, Lengde, Oker, Vienenburg, Braunlage, Langelsheim, Bredelem, Buntenbock, Liebenburg, Dörnten, Groß Döhren, Neuenkirchen, Klein Döhren, Klein Mahner, Ostharingen, Othfresen, Bad Harzburg, Bettingerode, Harlingerode, Altwallmoden, Seesen, Bornhausen, Feuerwehrtechnische Zentrale
sowie Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Goslar

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