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Ganz persönlich

M. Störich - Von der Jugendfeuerwehr zum Großbrand

Maren Störich

19.00 Uhr. Aufgrund des vorangegangenen Jugendfeuerwehrdienstes befinde ich mich noch, zusammen mit anderen Kameraden, auf der Wache. Unser abschließendes Gespräch zum Dienst wird durch das Ertönen der Meldeempfänger unterbrochen.

Sofort springen wir auf, rennen zu unseren Spinden, um so schnell wie möglich die Einsatzkleidung anzuziehen und uns unverzüglich auf die Fahrzeuge zu begeben.
Über das im Fahrzeug eingebaute Funkgerät bekomme ich mit, dass es sich über eine nachbarschaftliche Löschhilfe in Langelsheim handelt. In diesem Augenblick wird mir bewusst,
dass es ein größeres Feuer sein muss. Welche Ausmaße der Brand jedoch wirklich hat, werde ich erst wenige Minuten später erfahren.

Mit vier Fahrzeugen rücken wir als Löschzug aus. Vier Fahrzeuge, die sich im Dunkeln mit Blaulicht und Martinshorn auf den Weg nach Langelsheim begeben, vier Fahrzeuge, voll besetzt mit Kameraden, die sich größtenteils, so wie ich, in diesem Moment Gedanken darüber machen, was sie dort erwarten wird.

Auf Höhe der Chemetall sehen wir den Einsatzort €“ eine Lagerhalle. Die Flammen schlagen aus dem kompletten Dach gen Himmel, ein Anblick den ich sicherlich nicht vergessen werde.
Am Einsatzort angekommen, nimmt unser Gruppenführer die Aufgaben entgegen, unmittelbar neben uns, die brennende Halle, deren Dach einzustürzen droht.

Unser Fahrzeug ist für die Wasserversorgung von der Innerste bis zur Lagerhalle eingeteilt,  deshalb begeben wir uns zur Wasserentnahmestelle. Dort angekommen, tritt der vermutete Fall ein, das Dach des Gebäudes hält der Last nicht länger stand und stürzt ein. Ein Meer aus Funken verteilt sich am Himmel und scheint wie ein nicht aufhörendes Feuerwerk.
Zahlreiche Kleinteile, wie z. B. Plastikflaschen, werden zum Teil kilometerweit weg geschleudert.

Unsere Gruppe beginnt nun mit der Verlegung der Schläuche in Richtung Einsatzort. Anschließend positionieren wir uns auf dem Gelände der Firma Exner-Werth, um das neue Tanklöschfahrzeug, das einen eingebauten Wasserwerfer besitzt, mit Wasser zu versorgen. Gleichzeitig sind wir damit beschäftigt, die sich immer wieder entzündenden Papiercontainer zu löschen, die unmittelbar neben uns stehen.

Unser Standort ist ungünstig, es lässt sich, aufgrund des Rauches und des Funkenfluges, fast nur mit leichtem Atemschutz aushalten. Nebenbei beobachte ich das Feuer, das sich trotz der Unmengen von Löschwasser nicht bezwingen lässt. Die Halle ist nicht mehr zu retten, alles was wir tun können, ist, Gebäude in der Umgebung vor einem Übergreifen des Feuers zu schützen.

Mittlerweise ist es kurz vor 23:00 Uhr. Vier Stunden haben wir bis jetzt hier verbracht. Freizeit, die wir für für die Allgemeinheit opfern - an einem Freitagabend. Wenige Minuten später endet der Einsatz, zumindest für unser Fahrzeug, das Feuer ist unter Kontrolle, wir werden nicht mehr benötigt. Doch bevor wir nach Hause gehen können, heißt es erst einmal, das Fahrzeug wieder einsatzbereit zu machen, Hunderte Meter Schlauch müssen wieder verladen werden.

Gegen Mitternacht ist alles geschafft, ich kann nach Hause gehen. Geschafft von dem Tag und dem Einsatz falle ich nur noch ins Bett und schlafe. Insgesamt dauerte der Einsatz bei der Firma Exner-Werth mehrere Tage.

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